Beleg des Monats – März 2025
Luftpostbrief Grönland – Kopenhagen von 1935

Thor Solberg, ein in Norwegen geborener Luftfahrtpionier, war 1935 auf dem Rückflug von Neufundland nach Norwegen, als er einen Zwischenstop auf Grönland nutzte, um Briefe aus Julianehaab und Angmagssalik mitzunehmen. Die postalische Aufgabe erfolgte am 8.8.1935 in Reykjavik mit je einer Paketmarke und einer regulären Marke zu 10 Öre. Mit dem hier dokumentierten Flug wird an den Wikinger Leif Eriksson erinnert. Sowohl zu ihm als auch zu Thor Solberg finden sich im Internet viele Informationen, u.a. bei wikipedia. Quelle der Abbildung: Postiljonen Auktionskatalog
Beleg des Monats – Februar 2025
Postalische Belege mit prominenten Adressaten: Fürst von der Leyen

Die Frage, wie postalische Belege mit prominenten Adressaten oder Absendern in philatelistischer Hinsicht zu behandeln sind, stellt sich u.a. postgeschichtlich ausgerichteten Sammlern. Wenn es um die Fahrpost der vor-UPU Zeit geht, wird es wahrscheinlich unterschiedliche Sichten zu dem hier gezeigten Paketbegleitbrief geben, der 1872 in Hamburg aufgegeben wurde und nach Waal adressiert ist. Empfänger der Büchersendung war der Fürst von der Leyen, nämlich Philipp (II.) Franz Erwein Fürst von der Leyen und zu Hohengeroldseck, Herr zu Waal und Unterdiessen, Gutsbesitzer, bayerischer Offizier und deutscher Standesherr. Leider reicht der Platz nicht für eine weitere Behandlung der Personalie von der Leyen, sondern nur noch für die Bemerkung, dass wir hier einen duchaus interessanten Fahrpostbeleg sehen mit dem seltenen aptierten Hamburger Zweikreisstempel P. HAMBURG FHP. Quelle der Abbildung: Klüttermann Auktionskatalog
Beleg des Monats – Januar 2025
Umschlag für ein Telegramm von Kemnath nach Mockersdorf (1873)

Die Telegrafie ist in der Philatelie eher ein Randbereich, wobei sie in den Altdeutschen Staaten sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Sie lässt sich in Bayern recht vielfältig dokumentieren, u.a. mit den eigens verausgabten Telegraphenmarken. Auch die Telegrammumschläge sind interessant, denn sie zeigen den Aufgabe- und Empfangsort. Sowie bei dem hier gezeigten Umschlag von 1873 für ein Telegramm von Kemnath nach Mockersdorf (heute ein Gemeindeteil der Stadt Neustadt am Kulm). Die Entfernung auf dem Landweg betrug gerade mal eine Meile (7 km), da fragt man sich, was dem Pfarrer Riedel so dringend mitgeteilt werden sollte, dass dies per Telegramm erfolgte. Quelle der Abbildung: Klüttermann Auktionskatalog
Beleg des Monats – Dezember 2024
Belege mit historischem Bezug – Brief von Salzburg nach Regensburg (1667)

Bei der Beschreibung von philatelistischen Belegen stehen Aspekte wie Aufgabeort- und -datum, Empfangsort und Gebühr(en) im Hauptfokus. Daneben kann aber auch ein historischer Bezug, z.B. zu Ereignissen oder Personen, sehr interessant sein. Im vorliegenden Fall wurde im Jahr 1667 ein Brief vom Statthalter von Salzburg an den Fürstbischof von Regenburg gesendet. Dies war zu der Zeit Adam Lorenz von Törring (ab 1663). Die Törrings gehören zu den ältesten Adels-Familien in Bayern, aus ihren Reihen wurden auch Ignaz Felix (ab 1613) und Max Procop (ab 1787) zum Fürstbischof erhoben. Quelle der Abbildung: Auction Galleries Auktionskatalog
Beleg des Monats – September 2024
Antwortteil einer bayerischen Ganzsache von Münnerstadt nach Königshofen

Im Zuge der Einführung von Postkarten mit eingedrucktem Wertzeichen wurden auch solche herausgegeben, die eine anhängende Antwortkarte hatten, ebenfalls mit Wertzeichen. Bedarfsmäßig verwendete Antwortkarten sind insbesondere in den frühen Jahren ziemlich selten. Die hier gezeigte bayerische Antwortkarte ist so ein Beispiel. Der Antwortteil der 1879 verausgabten Ganzsache zu 5 Pfennig wurde in Unterfranken von Münnerstadt nach Königshofen (heute Bad Königshofen) versendet. Quelle der Abbildung: Klüttermann Auktionskatalog
Beleg des Monats – August 2024
Zehnfachfrankatur vom 23.6.1948 innerhalb von Hamburg

Mit der am 18.6.1948 verkündeten Währungsreform für die amerikanische, britische und französische Besatzungszone wurde bestimmt, dass die Marken alter Währung bis zum 22.6.1948 verbraucht werden konnten, jedoch die zehnfache Gebühr verklebt werden musste. Sendungen der 1. Leerung am 23.6.1948 wurden ebenfalls akzeptiert. Der hier gezeigte Ortsbrief ist mit 160 Pfennig frankiert (alte Gebühr für einen Ortsbrief 16 Pfennig) und zeigt einen Absender in Eilbek (Hamburg 23). Da die Abstempelung beim Postamt Hamburg 1 am 23.6.1948 12 Uhr, also beim Empfängerpostamt, erfolgte, ist nicht klar, wo genau der Brief aufgegeben wurde. In Eilbek war mit Sicherheit das dortige Postamt zerstört (wie auch zu 90% der gesamte Stadtteil), aber der Brief zeigt, dass es eine Geschäftstätigkeit gegeben hat. Also nicht nur wegen der nicht häufigen Zehnfachfrankatur ein aussagefähiger Beleg.